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    Die Neuordnung

    Weisheit ist die neue Intelligenz

    Ein noch unveröffentlichtes OpenAI-Modell hat eine Vermutung aus Paul Erdős' Arbeit von 1946 widerlegt, an der die führenden Mathematiker 80 Jahre lang gescheitert sind. Wenn Problemlösen zur Massenware wird, könnte das, was wir „intelligent" nennen, sich still verschieben — zu Weisheit, Empathie und Vorausschau.

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    Lange Zeit haben wir Intelligenz mit der Fähigkeit gleichgesetzt, komplexe Probleme schnell zu verstehen und zu lösen — insbesondere technische. Wir erleben gerade möglicherweise den stillen Tod dieser Vorstellung, die wir kaum je wirklich hinterfragt haben.

    Es zeigt sich: Das Erste, was KI lernt, ist genau diese Fähigkeit, die wir Intelligenz nennen — in einer Geschwindigkeit und Tiefe, mit der kein Mensch mithalten kann. Ein noch unveröffentlichtes Modell von OpenAI hat gerade eine Vermutung zu Paul Erdős' Problem der planaren Einheitsabstände widerlegt, die seit 1946 in der diskreten Geometrie unangetastet stand. Selbst die besten Mathematiker der Welt haben in 80 Jahren keinen substanziellen Fortschritt erreicht.

    Wird diese Art von Intelligenz also immer mehr zur Massenware? Wird bald jeder Mensch einen Genius in der Tasche oder in der Brille tragen? Wird Allwissen und Problemlösung auf Knopfdruck niemanden mehr auszeichnen und einfach zur neuen Normalität?

    Ich denke ja. Aber was ist dann unsere zukünftige Definition von Intelligenz?

    Vielleicht geht es nicht mehr darum, wer das schwierigste Problem löst, sondern darum, wer verhindert, dass es überhaupt entsteht. Die nächste Definition von „klug" sieht möglicherweise weniger nach Rechenleistung aus und mehr nach Weisheit — dem Urteilsvermögen aus Lebenserfahrung, der Intuition, dass etwas nicht stimmt, bevor die Daten es bestätigen, der Empathie zu hören, was jemand wirklich braucht, der Vorausschau, eine Krise zu spüren, bevor sie sich bildet.

    Wir feiern noch die Ingenieurinnen und Ingenieure, die gesagt haben wir können das bauen — und es taten. Wir könnten anfangen, diejenigen zu feiern, die weise genug sind, innezuhalten und zu fragen sollten wir? — und es ernst zu meinen.

    Das verschiebt leise, wen wir als intelligent ansehen. Qualitäten wie emotionale Klarheit, Antizipation, ein Gefühl für den Raum, das Verstehen von Menschen und komplexen Situationen — könnten die neue Intelligenz sein. Qualitäten, die der KI ausgesprochen schwer beizubringen sind.

    Das ist nicht Intuition, die die Vernunft ersetzt. Es ist Vernunft, die zu einem Werkzeug wird, das wir einer Maschine in die Hand geben können — während die zutiefst menschlichen Fähigkeiten ihren Platz im Zentrum dessen einnehmen, was wir intelligent nennen.

    Die Zukunft gehört möglicherweise nicht denen, die den schnellsten Algorithmus bauen oder die meisten Zahlen verarbeiten. Sie könnte denen gehören, die die Weisheit haben, die Maschine zu führen, die Empathie, ein Team zusammenzuhalten, und die Intuition, um die Ecke zu denken.